30.08.2026, 11:10–12:30 Uhr (Europe/Berlin), Raum 6
Wie kann ein offenes Lernökosystem entstehen, das Chancengerechtigkeit durch adaptives Lernen stärkt? Wie können leistungsstarke KI-Systeme eingesetzt werden, ohne die digitale Souveränität des deutschen Bildungssystems zu gefährden? Und welche Anforderungen ergeben sich dabei an Transparenz, Nachhaltigkeit und pädagogische Verantwortung?
Genau an dieser Schnittstelle setzt das Adaptive Intelligente System AIS an. Es wird im Auftrag aller 16 Bundesländer entwickelt und vom FWU, dem Medieninstitut der Länder, zusammen mit dem Konsortium “Assecor & KI macht Schule” realisiert. Im AIS-Projekt entsteht eine KI-gestützte digitale Lehr- und Lernumgebung für Lernende und Lehrkräfte an Schulen in Deutschland. Ziel ist es, alle Lernenden individuell in ihrem Lernprozess zu unterstützen, Lehrkräfte bei Diagnostik und Unterrichtsplanung zu entlasten sowie Freiräume für die gezielte Förderung der Schülerinnen und Schüler zu schaffen.
Damit sich alle Bildungsakteure zielführend einbringen können, haben sich die Länder und das FWU bewusst für ein Konzept entschieden, dem Offenheit als zentrales Leitprinzip zugrunde liegt: Der Quellcode wird unter einer Open Source Lizenz veröffentlicht, offene Schnittstellen ermöglichen die Anbindung verschiedenster Angebote und Formate, und das System wird sowohl der OER-Community als auch Bildungsmedienanbietern lizenzpflichtiger Medien offenstehen. Vor diesem Hintergrund knüpft AIS an die OER-Strategie an und greift zentrale Aspekte internationaler Leitlinien zum Einsatz von KI in der Bildung auf.
Um das AIS entlang der Bedarfe aller Bildungsakteure, inkl. der OER-Community zu entwickeln, seid ihr gefragt!
Auch wenn die Entwicklung erst vor wenigen Monaten begonnen hat, möchten das FWU und KI macht Schule (stellvertretend für das AIS-Konsortium) einen ersten Einblick in das System ermöglichen. Gemeinsam möchten wir eine erste Entwicklungsstufe des AIS mit euch ausprobieren und diskutieren, wie OER-Inhalte, didaktische Strukturen wie etwa Lernpfade sowie die Perspektiven und Anforderungen der Community in die weitere Entwicklung einfließen können.
Ziel ist es, eure Wünsche, Ideen und kritischen Fragen frühzeitig aufzunehmen, damit ein offenes, interoperables und gemeinsam gestaltetes System entsteht, das digitale Souveränität stärkt, bestehende Lücken im digitalen Lehr- und Lernangebot schließt und so zu mehr Chancengerechtigkeit beiträgt.
Das Bündnis Freie Bildung versteht den Workshop als Gelegenheit, die Perspektiven der OER-Community sichtbar zu machen und gemeinsam mit euch Teilnehmenden Fragen zu Offenheit, Interoperabilität, Transparenz und Mitgestaltung zu diskutieren.
Einsteigende, Fortgeschrittene, Profis
Aktivitätsgrad –viel Austausch
Dominik Theis ist wissenschaftlicher Seniorberater für Bildungstechnologien und freier Berater für strategische Kommunikation und Organisationsentwicklung. Er arbeitet an der Schnittstelle von digitaler Transformation, Bildungsgerechtigkeit und technologischer Innovation. Seine Schwerpunkte liegen in der Gestaltung digitaler Bildungsräume, strategischer Netzwerkarbeit sowie der Entwicklung offener und resilienter Bildungsökosysteme. Zuvor war er im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) tätig und verantwortete dort zentrale Aufgaben im Projekt „Mein Bildungsraum“. Bei Wikimedia Deutschland leitete er Projekte zur Förderung offener Bildung und war Koordinator des Bündnis Freie Bildung. Theis studierte Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen in Mannheim, Berlin, Brüssel und Madrid. Er engagiert sich ehrenamtlich für Vielfalt im Bildungswesen und der Gesellschaft.
Ich bin Geschäftsführerin von KI macht Schule, einer gemeinnützigen GmbH, die sich seit 2019 für die Vermittlung von Bildung mit und über KI an Schulen in ganz Deutschland einsetzt und Schüler:innen früh einen reflektierten Umgang mit KI ermöglicht. Nach meinem eigenen Physik- und Neuroengineeringstudium ist es mir ein besonderes Anliegen, Mädchen und andere unterrepräsentierte Gruppen für MINT-Fächer zu begeistern und alle Schüler:innen zu befähigen, den Einsatz von KI in der Gesellschaft reflektiert und verantwortungsvoll mitzugestalten. Während meiner Promotion im Bereich des Maschinellen Lernens bin ich 2020 als Ehrenamtliche zu KI macht Schule gekommen und habe mich um den Aufbau der Lokalgruppeninfrastruktur gekümmert. Denn unser Ziel ist es, deutschlandweit direkt in Schulen zu gehen und wirklich alle Schüler:innen zu erreichen und nicht nur diejenigen, deren Eltern sie zu außerschulischen KI-Angeboten ermutigen.
Ich bin ausgebildeter Dipl.-Math. und Lehrer für die Sekundarstufen I und II für Mathematik und Physik. Seit 2004 bin ich im Hamburger Schulwesen tätig, zunächst als Lehrer, dann als Assistenz einer stellvertretenden Schulleitung und als stellvertretende Schulleitung eines Hamburger Gymasiums. Schon in dieser Zeit habe ich Digitalisierungsvorhaben der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB) begleitet. Zunächst im Verwaltungsbereich (Stundenplanung, Schulverwaltungssoftware) und anschließend im pädagogischen Bereich, u.a. die Einführung des zentralen Lernmanagementsystems LMS.Lernen.Hamburg auf Moodle-Basis. Meine fachlichen Schwerpunkte liegen in der digitalen Bildung, künstlichen Intelligenz, Bildungsmedien, DigitalPakt Schule, IT-Governance sowie länderübergreifende Vorhaben. Im letztgenannten Fall vor allem das länderübergreifende Vorhaben AIS/AIS.chat als federführendes Bundesland. Hinzu kommen Sodix/Mundo und MEM (Metadata for educational media) ebenfalls als Federführung.
Im Mittelpunkt meiner Arbeit stehen strategische Steuerung, Stakeholder-Management, Verwaltungskoordination, Leitungskommunikation und Akzeptanzmanagement.
Ich bringe besondere Kenntnisse in der Verbindung von schulischer Praxis, Führungserfahrung und ministeriell-strategische Perspektive in meine Projekte ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt für mich auf der länderübergreifende Bildungszusammenarbeit.